Sonntag, 11. April 2010

En Gaspésie - 2.000 km in 5 Tagen


Hallo Leute!
Nun endlich - wie versprochen - ein Paar Fotos von meinem Osterwochenende in der Gaspésie...

Karfreitag - ca. 650km

Am frühen Morgen ging es los von Montréal über Québec, Rivière-du-Loup, Rimouski (und viele andere kleinen Kuhkäffern) nach Matane, wo die erste Übernachtung war. Und zwar in einer süßen kleinen Pension bei Monik :-)



Samstag - ca. 70km
Am nächsten Tag gings nur wenige Kilometer weiter nach Cap-Chat.
Nachdem wir in unserer Gîtes (das quebeckische Wort für Bed&Breakfast) eingecheckt haben, gings nach Ste-Anne-des-Monts, um raquettes auszuleihen und dann gings direkt in den Parc National de la Gaspésie, wo wir eine ca. 3stündige Wanderung gemacht haben. Es war total warm (20°C), wir waren alle viel zu warm angezogen und der Schnee ist uns regelrecht unter den Füßen weggeschmolzen... Gut, dass wir die raquettes hatten!

Kleine Pause an einem point de vue - tolle Aussicht, nicht?

Ostersonntag - ca. 350km
Am Sonntag ging es dann weiter die Küstenstraße 132 entlang Richtung Osten. Wir haben einen kurzen Zwischenstop im Parc National de Forillon gemacht und u.a. den ältesten und höchsten Leuchturm Kanadas gesehen.

Das ist doch ein Grund zur Freude! Oder, liebe Heike?

Danach gings über Gaspé (die Hauptstadt der Region) weiter nach Percé, dem Höhepunkt unserer Reise. Dort haben wir noch den Rocher de Percé kurz vorm Untergehen der Sonne erwischt... Ihr glaubt gar nicht, wie happy unsere Heike darüber war! *gg*


Geschlafen haben wir im "Traumland"! - wieder mal eine supertolle Gîtes mit supernetten Gastgebern und Waffeln zum Frühstück :-)

Besonders hier hätte sich die Claudi recht wohl gefühlt, stimmt's!?

Ostermontag - ca. 350km
Am nächsten Morgen gings dann nochmal auf einen kleinen Berg, um den Rocher von oben zu sehen. Wir hatten wieder supertolles Wetter und haben einfach nur die Natur und die Landschaft in uns aufgesogen...


Danach gabs noch nen kleinen Spaziergang durch Percé, wo ganz viele süße Holzhäuser stehen...
Leider war der Ort recht ausgestorben. An jedem zweiten Haus sah man ein Fermé-Schild, aber andererseits würde man sich dort im Hochsommer auch wieder nicht wohlfühlen, denn dann träfe man dort sämtliche Gaspésie-Touristen an :-)



Gegen Mittag gings dann weiter. Nun waren wir auf der Südseite der Gaspésie-Halbinsel. Wir sind zwar weiterhin der Route 132 gefolgt, aber die Landschaft war auf einmal komplett anders. Man hat mehr vom Land an sich gesehen und fuhr in gefühlte endlose Weiten hinein.

Es gab noch einen Zwischenstopp in Bonaventure - der Hochburg der Acadiens!
Die, die mit mir studiert haben, werden jetzt an unseren lieben Prof. Kolboom und seine zahlreichen Vorträge und Bücher zu diesem Thema denken und sicherlich auch die Augen verdrehen... Da es für mich offensichtlich nicht genügend Vorträge in den letzten Jahren gab, wurden wir von dem netten Museumsmenschen nochmals ausreichend informiert und nun kann ich glaub ich auch sagen "Ich hab endlich die Acadiens-Problematik verstanden!" :-)

Das Museum befindet sich in einem typischen "Acadiens-Haus".

Die Nacht haben wir dann beim Großvater von Nicole in Val-Brillant verbracht (die Gîtes hieß Grand-Père Nicole!). Wir hatten ein großes Viererzimmer und haben erstmal auf unsere Reise, die sich nun langsam dem Ende entgegen neigte, angestoßen.


Dienstag - ca. 400km bis Québec
und dann nochmal ca. 260km im Bus nach Montréal

An unserem letzten Tag hatten wir das Ziel Québec-Stadt, wo wir uns dann von Heikes Eltern verabschiedet haben und abends zu zweit wieder nach Montréal gefahren sind.
Auf dem Weg dahin wollten wir bei den Chutes de Ste-Anne-de-Beauprès anhalten, aber die machen erst am 1. Mai wieder auf - Schade!

Als Trost gab es dann noch einen Besuch in der Kirche der Stadt - eine der größten Pilgerstätte Nordamerikas - und es ging spontanerweise nochmal zu den Chutes de Montmorency. Zum 4ten Mal für mich! :-)


Es waren 5 wunderschöne Tage. Wir haben gerade im Parc National de la Gaspésie endlich einmal Kanada so gesehen wie es im Buche steht, d.h. wie man es erwartet mit Bergen, Bäumen und den berühmten endlosen Weiten :-)
Ich bin superfroh, dass ich diesen Ausflug noch gemacht habe und kann nun "mit ruhigem Gewissen" nach Hause fahren... :-)

P.S. Hier noch ein kleines Lied über die Gaspésie: Gaspésie, je t'aime!

Dienstag, 6. April 2010

Zurück in der Zivilisation...



Hallo Leute,
ich bin wieder da!
Die vergangenen fünf Tage in der Gaspésie waren toll, auch wenn wir die meiste Zeit in Auto saßen und gefühlte endlose Strecken zurück gelegt haben... waren auch gut einige Kilometer, die wir gefahren sind... und ja, Autofahren in Québec ist was die Geschwindigkeit betrifft todsterbenslangweilig :-)

Ein ausführlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen und natürlich auch Fotos...

Hinten links der Rocher de Percé
- der östlichste Punkt der Provinz Québec.

Donnerstag, 1. April 2010

Je m'en vais en Gaspésie!

Hallo Leute,
ich weiß, ich weiß, auf meinem Blog ist in letzter Zeit nicht wirklich viel los, aber bei mir passiert momentan auch nicht wirklich viel.
Die vergangenen zwei Tage habe ich im Bett verbracht. Ein bisschen Schnupfen, ein bisschen erhöhte Temperatur... Aber es geht aufwärts und ich hoffe, dass ich morgen früh fit genug sein werde, um in die Gaspésie zu fahren.

Morgen, also am Freitag geht es erstmal in die Nähe von Matane. Im Großen und Ganzen werden wir nur im Auto sitzen, werden aber hoffentlich schon viele schöne Orte auf dem Weg sehen.

Am Samstag gehts dann weiter Richtung Osten. Wir machen eine kleine Wanderung im Parc National.

Am Sonntag gehts Richtung Gaspé und Percé, um das Highlight unserer Reise zu sehen: des Rocher de Percé :-)

Ja, und dann gehts ab Montag langsam wieder zurück. Wir sind oben rum die Halbinsel gekommen, nun gehts unten rum wieder zurück. :-)
Ziel ist es, Dienstag Abend spätestens 17 Uhr wieder in Québec Stadt zu sein, damit Heike und ich den Bus zurücknehmen können und ihre Eltern sich dann noch 2 Tage die Stadt anschauen können.
Mittwoch gehts dann wieder auf Arbeit und der Alltag wird uns ganz schnell wieder einholen... :-(

Wie dem auch sei, ich wünsch euch allen ein schönes Osterfest! Auf dass der Osterhasi fein fleißig Eier bringt! :-) Bis bald!


Frohe Ostern! - Joyeuse Pâques! - Felices Pascuas!

Donnerstag, 25. März 2010

Die Montreal Canadiens...



... haben mal wieder gewonnen!!!
4:1 gegen Florida.
War ne tolles Spiel mit vielen Toren und super Athmosphäre! :-)

Mittwoch, 24. März 2010

Wenn man zum Fenster rauskuckt...

... könnte man meinen, es ist Anfang Dezember... Schnee... *schnief*

Dienstag, 23. März 2010

Cabane à sucre

Am vergangenen Sonntag haben wir eine "Familienausflug" ganz nach tradition québécoise gemacht: wir sind ein Stück aus der Stadt heraus aufs Land gefahren und haben eine Cabane à sucre (dt.: Zuckerhütte) oder anders, eine érablière ("Ahornfarm") besucht.
Wir, das sind Vanessa und ich, gemeinsam mit meiner responsable Marie, ihrem 14 Monate altem Sohn Alexandre, ihrem Mann Jean-Marc und ihren Eltern. Eigentlich wollte Heike auch mitkommen, aber sie wurde leider krank...

Als wir angekommen sind, traf uns erst einmal der Schlag: eine RIESENSCHLANGE... und ganz nach quebecker Manier stellten wir uns natürlich an...


Und während wir ganz geduldig warteten, erklärte uns Jean Marc erst einmal wie das mit dem Ahorn und den kleinen Eimern so funktioniert...



Wenn im Frühjahr die Temperaturen so sind, dass es nachts kalt, d.h. unter 0°C, ist und es tagsüber aber schön sonnig warm ist und die Temperaturen steigen, ist es Zeit für die "Ahornernte", denn dann fließt das "Wasser" von den Wurzeln nach oben, gefriert und fließt wieder nach unten.
Wenn man dann ein Loch in den Baum schlägt, läuft das Wasser ab...
Das wird dann mehrere Stunden mehrfach aufgekocht und so kommt man irgendwann zu Sirup. Wenn man den weiter kocht, kommt man zu einer Art Butter, später ergibt das dann Zucker...
Ist alles ein sehr arbeitsreicher Vorgang und aus 40Litern Ahornwasser (aus den Bäumen) entstehen ca. 10 Liter Ahornsirup...!

In Kanada gibt es ca. zigtausend verschiedene Ahornbaumsorten (deswegen ist der Herbst hier auch so schön bunt!), aber nur eine Sorte érable sucre aus der man dann den Sirup herstellen kann.
Und auch wenn das Ahornblatt das Symbol Kanadas ist, der Sirup wird lediglich in Québec, im östlichsten Osten Ontarios und im nördlichsten Norden von den USA an der Ostküste produziert, weil nur dort können diese érables sucre wachsen... Nirgendswo sonst auf dieser Welt gibt es ähnlich gute klimatische Bedingungen... :-)

Die modernere Methode, das Wasser abzuzapfen sieht übrigens folgendermaßen aus:


Le petit Alexandre et sa maman

Nach gefühlten 5 Stunden Anstehen gabs dann endlich was zu essen. Und da wir in einer Cabane à sucre waren, wurde entweder alles in Ahornsirup gekocht oder damit übergossen!
Der erste Gang war eine Erbsensuppe. Als Hauptgang gab es ein Omlett mit superleckerem Kochschinken und mit oreilles de christ (dt.: "Jesusohren" - eine Art Speck).
Das hat man natürich alles mit Ahornsirup übergossen! Es gab auch in Ahornsirup gekochte Würstchen! :-)
Zur Verdauung gab es zunächst Tee oder Kaffee (mit Ahornsirup!) und dann kam das Beste überhaupt - das Dessert! Man konnte wählen zwischen Mini-Crêpes, einer Art trockenem Kuchen in Sirup, Eier in Ahornsirup gekocht und das Beste vom Besten war eine Tarte au sucre! Diese ist allerdings so süß, dass man sie nur (!) in Kombination mit Eis genießen konnte...


Im Anschluss haben wir eine klitzekleinen Verdauungsspaziergang gemacht...


... und dann gab es noch la Tire sur la neige: Die Vorstufe von Ahornsirup wird in Schnee gegossen, man nimmt einen Holzstab und wickelt die gummiartige Masse auf und luscht sie wie eine Lolli!



Wie ihr seht, geht es mir ganz gut!
Dieses Wochenende ist nicht wirklich was geplant, da sowohl Vanessas als auch Heikes Eltern da sind...
Und nächste Woche ist ja schon OSTERN! Da fahr ich dann mit Heike und ihren Eltern in die Gaspésie! Ich hoffe, das Wetter spielt da halbwegs mit, den heut morgen ist den kanadischen Wettermachern wieder in den Sinn gekommen, ein bisschen Winter zu spielen... Ils sont fous les Canadiens! :-)





Sonntag, 14. März 2010

Back from Wonderland



Nachdem die letzte Woche durchweg richtig schönes Frühlingswetter mit Sonnenschein und Lust zum Spazierengehen war, hat es heut pünktlich zur Parade zum Irischen Nationalfeiertag, dem St. Patricks Day, angefangen zu regnen... Der Himmel war grau, es war kalt und einfach nur unangenehm. Aber da ich mit Vanessa und ein paar Kanadiern zum Paradekucken verabredet war, hab ich mich trotzdem vor die Tür getraut und das obwohl ich heut morgen völlig überraschend und unvorbereitet mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass die Kanadier dieses Wochenende schon die Uhren umgestellt haben...



Die Parade war eher weniger der Hit. Es gab keine Bonbons für die Zuschauer und komischerweise viel (unserer Ansicht nach) schottische Musik... Und so natürlich auch Männer in Kilts mit Duddelsäcken...

Noch vor Ende der Veranstaltung haben Vanessa und ich (die Kanadier haben uns versetzt) uns dann entschieden, ganz SPONTAN ins Kino zu gehen! Da wir auf der Rue St.-Catherine waren und dort eher die anglophonen Montrealer anzutreffen sind, gabs den Alice in Wonderland auf Englisch und noch dazu in 3D!
Der Film an sich hat mich nun eher weniger vom Hocker gerissen, die Technik hingegen schon. Und: es gibt nichts Tolleres als einen verregneten Sonntagnachmittag im Kino zu verbringen...!